Corona und Fußball: Wie es bei Rot-Weiss weiter geht

Das Corona-Virus hat den Fußball zum Erliegen gebracht. Im Hessischen Fußballverband (HFV) ruht der Ball bis auf weiteres. Zeit, einmal bei Präsident Ersan Dincer nachzuhorchen, wie die aktuelle Lage bei Rot-Weiss Frankfurt aussieht.

Wie geht Rot-Weiss mit der aktuellen Coronavirus Situation um?

Ersan Dincer: Als Rot-Weiss Frankfurt nehmen wir die Situation selbstverständlich sehr ernst und haben auch entsprechend die Maßnahmen getroffen, die uns empfohlen wurden durch Bund, Länder und Fußballverbände und bitten auch alle Mitglieder, Sportler, Funktionäre, Sponsoren, Eltern die zur Rot-Weiss Familie gehören auch dem zu folgen, damit wir zumindest gesundheitlich mit einem blauen Auge davonkommen. Passt auf euch auf, bleibt zu Hause folgt den Vorgaben der Bundesländer und der Verbände, somit ist mit Sicherheit ein Stück Gesundheit gewährleistet.

Wie geht es die kommenden Wochen weiter und gibt es Krankheitsfälle im Verein?

Ersan Dincer: Die Sportplätze sind nach wie vor bis zum 30.04 gesperrt und in folgedessen werden wir diesen Anweisungen folgen. Wie es danach weiter geht, werden wir sehen welche Entscheidungen die einzelnen Gremien treffen werden. Und entsprechend werden wir diese auch mitteilen.
Zum Glück ist uns bis jetzt noch kein Krankheitsfall im Verein bekannt, weder im Amateur- noch im Jugendbereich. Da bin ich auch sehr froh drüber, bedeuted auch, dass die Rot-Weiss Familie die Situation sehr ernst nimmt und auch den Vorgaben folgt und diese sollten Sie auch bitte beibehalten.


Gibt es weitere Präventionsmaßnahmen?

Ersan Dincer: Aktuell gibt es keine weiteren Maßnahmen, als die die das Land vorgibt. Mehr als Zuhause bleiben geht nicht und alles was der Verein zu klären oder zu regeln hat, wird per Telefon oder Videokonferenz besprochen.

 

Dennoch interessiert die Leser, wie die Mannschaft sich fit hält?

Ersan Dincer: Die Mannschaft trainiert mit individuellen Programmen, die sie vom Trainerteam bekommen haben, damit sie zwei oder dreimal die Woche Einzeltraining machen und sich entsprechend fit halten, es gibt ja auch eine Zeit nach Corona und die Pause wäre einfach viel zu lang. Wir hoffen, dass es wirklich so weit kommen wird, dass entsprechend wieder der Ball rollt und die Spieler gesund und fit wieder auf dem Sportplatz trainieren und spielen können.

 

Wie würden Sie die Liga sportlich und fair zum Abschluss bringen?

Ersan Dincer: Ich glaube, dass ist am aller aller aller schwersten zu beschreiben oder zu sagen was fair oder was unfair wäre, damit man wirklich dem einen oder anderen Verein nicht auf die Füße tritt.
Meine persönliche Meinung ist, dass es wirklich einen Aufsteiger gibt und maximal zwei Absteiger damit es fairerweise keine Wettbewerbsverzerrung gibt. Dann würde ich auch eine Sache begrüßen z.b. einen Vorrundenentscheid oder Vorundentabelle hinzuzufügen. Dann würden die ersten kommen und sagen, wir haben uns in der Winterpause verstärkt und wie sieht es jetzt aus und das hat auch Geld gekostet, ist auch eine finanzielle Geschichte. Infolgedessen kann man das nie als fair bewerten was man sagt. Also ich würde, wie gesagt, die Vorrundentabellenführer aufsteigen lassen.
Beim Abstieg ist das ganz schwierig. Ich würde das dieses Jahr bisschen so eingrenzen, dass es maximal zwei Absteiger gibt. Dann hätte man wirklich, denke ich, die fairste Lösung. Eine andere Möglichkeit wäre eventuell, wenn die Verbände mit den Vereinen sprechen.

Wie meinen Sie das?

Unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen in denen sich die Vereine befinden, spielt der ein oder andere mit Sicherheit mit dem Gedanken die Liga verlassen zu wollen. Das heißt auch, ob in dieser Situation überhaupt welche nach oben aufsteigen möchten, sollten die Verbände mit den Vereinen klären. Finanziell wird das die Vereine auch nach Corona noch einige Zeit mit Sicherheit beschäftigten. Dies wird nicht einfach sein und infolgedessen sollten die Vereine mit ins Boot genommen werden. Dann erübrigt sich wahrscheinlich auch Vieles von selbst. Vielleicht ist dann die eine oder andere Entscheidung noch einfacher zu fällen. Z.B. der ein oder andere möchte freiwillig runter, ist doch wunderbar und evt. die Tabellenführer möchten gar nicht hoch, dann könnte sich eine andere Mannschaft entscheiden und entsprechend die Möglichkeit nutzen. Vielleicht wollen die ersten drei gar nicht aufsteigen, weil sie es nächstes Jahr mit den Sponsoren sehr sehr schwierig sehen. Ja und vielleicht will der Tabellenvierte aufsteigen. Das wäre die beste Lösung, wenn die Verbände zuerst mit den Vereinen reden und im Anschluss danach würde ich die Vorrundentabelle nehmen und wirklich auch so eingrenzen. Der Erste steigt direkt darauf und die letzten zwei steigen ab, ein Entscheidungsspiel kann es ja aktuell nicht geben.

 

Wenn der Ball ruht. In wie weit können Sie als Präsident die Zeit für konzeptionelle Dinge nutzen?

Ersan Dincer: Im Verhältnis zu anderen fast gar nicht. Für konzeptionelle Dinge fehlt es an Zeit, wir müssen im Prinzip wie jedes Jahr um diese Zeit weiter planen für die neue Saison. Die Spieler und die Trainerfrage sind noch nicht geklärt. Dazu kommt noch, dass wir nächstes Jahr unser 120 jähriges Jubiläum feiern und die Vorbereitungen dafür laufen. Wir haben viele Themen zu tun, die uns jetzt gerade nicht so einfach fallen und sehr sehr mühsam voran schreiten und deswegen haben wir wirklich auch wenig Zeit. Alle Kontaktaufnahmen erfolgen nur noch telefonisch oder per Videokonfernz, da durch die Umstände uns anderweitig die Hände gebunden sind. Deswegen macht man sich schon sehr sehr viel Gedanken darüber, wie wir diese Zeit sozusagen so schnell wie möglich perfekt überbrücken.

Wie laufen unter diesen Bedingungen die Planungen für die neue Saison?

Ersan Dincer: Die Planung zu Trainer und Mannschaft ist aktuell so, dass wir schon angefangen haben, als erstes mit unserem aktuellen Trainer Slobodan Komljenović zu sprechen, da sein Vertrag bekanntlich am 30.06.2020 ausläuft. Das haben wir auch getan, beidseitig haben wir unsere Vorstellungen erörtert, sodass demnächst eine Entscheidung getroffen wird. Von unserer Seite sind wir wirklich auch sehr bemüht aktuell Klarheit zu schaffen um entsprechend zu agieren. Unabhängig davon bedanke ich mich schon mal bei Slobodan Komljenović für die letzten zwei Jahre. Er hat sich in einer ganz schwierigen Situation bereit erklärt die Mannschaft zu übernehmen und hat gute Arbeit geleistet. Vor allem das Allerwichtigste in der Phase, wo es bei Rot-Weiss hoch und runter ging, hat er entsprechend Ruhe bewahrt und das ist eine gute Entscheidung gewesen. Er hat mit all seinen Erfahrungen den Verein sozusagen vor dem Absturz bewahrt. Trotz der Umstände laufen die Planung bezüglich der kommenden Saison auf sehr gutem Niveau. Wir werden versuchen eine sehr starke Mannschaft aufzustellen, da es nichts Schöneres gibt als im Jubiläumsjahr wieder aufzusteigen. Das Ziel von Rot-Weiss-Frankfurt ist es wieder in die Hessenliga aufzusteigen. Wir haben einen tollen Jugendbereich, die in den höchsten Klassen spielen und entsprechend muss auch die erste Mannschaft in der Hessenliga agieren. Wir werden alles daran setzen, dass es nächstes Jahr wieder im sportlichen Bereich aufwärts geht und entsprechend laufen die Planungen. Wie gesagt, die Trainerfrage ist noch offen und Spielergespräche gestalten sich zurzeit sehr schwierig, da wir selber nicht wissen, wie es erstmal finanziell weitergeht. Fakt ist, dass sich viele Spieler bei uns gemeldet haben, die gerne für Rot-Weiss Frankfurt spielen möchten und entsprechend werden wir uns auch gezielt verstärken. Es wird keinen großen Umbruch im Mai geben, der überwiegende Teil der Mannschaft wird bleiben oder soll bleiben und von der Seite sind wir, denke ich, mal wieder sehr gut aufgestellt und guter Dinge, dass wir eine sehr gute schlagkräftige Mannschaft nächstes Jahr aufstellen werden.

Wie ist es bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage um den Verein bestellt?

Ersan Dincer: Die Finanzen, dass muss man echt sagen, werden mit Sicherheit in den kommenden Wochen und Monaten nicht einfach, da Sponsoren Gespräche sich sehr schwer gestalten. Durch die Corona Krise leben wir in Zeiten von Kurzarbeit und Ähnliches und da haben die Firmen jetzt eigentlich keine Möglichkeiten auf zusätzliche Verbindlichkeiten einzugehen, ist auch verständlich. Diesbezüglich müssen wir auch unsere Hausaufgaben tun. Wir werden die Finanzen etwas umstellen, auch wir müssen auf den Sparmodus gehen, das heißt jeder im Verein Spieler, Trainer, Funktionäre werden ihren Solidaritätsbeitrag mit leisten. Entsprechend zu sagen, ok in der Zeit verzichten wir mal auf irgendwelche Aufwandsentschädigungen und Ähnliches. Diese Dinge hatten wir auch mit dem Mannschaftsrat besprochen, es wurde sehr positiv aufgenommen. Und dies betrifft nicht nur uns, sondern den gesamten Amateurbereich, infolgedessen werden auch wir die Gespräche mit unseren Spielern und Trainern so führen, dass es anders nicht machbar ist. Es ist heute der Fall, das die finanziellen Mittel nicht mehr so sind, wie vor der Krise und es wird sich auch in den nächsten Wochen nicht sofort ändern. Entsprechend müssen wir dann schauen, dass wir wirklich eine super Truppe aufstellen, damit der Verein wirklich seine Ziele auch verwirklichen kann. Die letzten zweieinhalb Jahre hat der Verein überragend daran gearbeitet, sodass der Verein auf dem besten Wege ist, wirklich wieder so aufgestellt zu sein, wie sich das gehört. Finanziell solide auf gesunden Füßen und entsprechend wird auch agiert. Da gilt auch mein besonderer Dank noch mal an meine Vorstandskollegen, die wirklich auch hier entsprechend mitwirken und mitarbeiten.

Zu guter Letzt noch mal ein Schlusswort: Liebe Rot-Weissen bleibt gesund und wartet auf Informationen vom Verein und folgt den Maßnahmen des Bundes, der Länder und der Sportverbände. Achtet auf eure Gesundheit und auch auf die Gesundheit der Mitmenschen. Bleibt gesund und bis bald, denn die Freude am Fussball werden wir noch in der Zukunft nach Corona haben.

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