SG Rot-Weiss Frankfurt Präsident Ersan Dincer im Interview

Ersan Dincer, Präsident von SG Rot-Weiss Frankfurt, hat nach dem Klassenerhalt und dem Gewinn des Krombacher-Kreispokals dem Verein Rede und Antwort gestanden, erklärte darüberhinaus auch die Gründe der jüngsten Zu- und Abgänge. Zentrale Themen hierbei sind die Verbandsliga sowie die Jugendarbeit.

Knapp zwei Jahre im Amt,  als was für einen Typen würde sich der Präsident Ersan Dincer selber beschreiben?

Ersan Dincer: Best möglichst hilfsbereit, umgänglich, immer nach einer guten Lösung suchend und transparent.

Trifft in etwa unsere Einschätzung zu: Liga Verbleib, aufregende und bewegende Saison. 47 Punkte, zwei Wettbewerbe, viele Verletzte. Es gab für Dich sicher schon einfachere Spielzeiten, oder?

Ersan Dincer: Wie gesagt, nachdem Abstieg in der letzten Saison aus der Hessenliga waren zum Schluss nur noch 3 Spieler übrig geblieben, da hatte ich persönlich schon einige schlaflose Nächte! Aufgrund der finanziellen Gegebenheiten mussten wir schnell reagieren, dies haben wir glücklicherweise mit talentierten Spielern lösen können, in dem wir 6 Spieler aus der eigenen U19 übernommen hatten. 4 von diesen jungen Talenten haben es in der Saison auch zum Stammspieler geschafft! Auch für die kommenden Saison 2019-2020 wurden 5 Spieler von der U19 übernommen, stolz kann ich hierzu nur sagen, dass dies vor meiner Amtszeit in den letzten 20 Jahren bei RW nicht erfolgte, da die Jugendspieler häufig ignoriert wurden! Natürlich mussten wir auch während der Saison die Nerven behalten, da nahezu bis April die Mannschaft, im unteren Tabellenbereich, auf den Abstiegsplätzen rangierte. Zwei besondere Spiele sind noch zu erwähnen, die Siege bei TS Ober-Roden 5:4, hier ging es hin und her. Und das 4:3 bei 1860 Hanau, nach 3:0 Rückstand gelang es dem Team das Spiel noch zu drehen! Diese beiden Spiele stehen explizit für die Entwicklung, welche die Mannschaft im Laufe der Saison genommen hat. Natürlich das Pokal Endspiel, wo wir uns am Ende alle in den Armen lagen. Dieser Erfolg war enorm wichtig für das Team und unseren Verein! Schließlich hatten wir die letzten zwei Jahre nicht viel zu feiern gehabt.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Saison?

Ersan Dincer: Am Anfang sehr bedenklich, da wir einen Saisonauftakt mit 8 Spielern in der ersten Mannschaft hatten und das restliche Team noch nicht definitiv fest stand! Jedoch war ich mir sicher, dass die junge Mannschaft mit wenig Erfahrung im Laufe der Saison durchstarten würde, habe auch am Anfang der Saison Platz 6-8 als Ziel ausgegeben, dieses wurde mit Platz 9 etwas verfehlt (schmunzelnd) ! Mit dem Gewinn des Kreispokals wurde dennoch die Saison gekrönt.

Einige Fans haben die Erwartung, dass Rot-Weiss Frankfurt zur Hessen-Liga gehört, stimmen Sie dem zu ?

Ersan Dincer: Gehören schon, jedoch wäre es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt etwas zu verfrüht. Bekanntlich haben wir unseren Verein kürzlich vor der Insolvenz gerettet, wir brauchen noch etwas Zeit uns zu etablieren und dann können wir über die Hessenliga reden, sensationell gut wäre Im Jubiläumsjahr 2021! In dem wir auch bis dahin zu 100 Prozent auf gesundem Fundament stehen sollten.

Herr Präsident, Finanzen wurden immer wieder erwähnt, wie schaut es aktuell aus?

Ersan Dincer: Es ist nun so, dass wir in nur knapp 1 1/2 Jahren nahezu vieles erledigt haben, jedoch bedarf es noch etwas Zeit bis alles vollständig getilgt ist, absolutes Ziel ist es im Jahr 2020 keinerlei Lasten mehr offen zu haben.
Dies sind u.a. die Gründe, warum wir oder besser weshalb wir nach wie vor auf Jugendspieler setzen! Diesbezüglich bitte ich auch, dass wir der neuen Mannschaft Geduld entgegenbringen. Wie wir es diese Saison auch schon getan haben. Nur durch positive Unterstützung und Vertrauen können wir unserer Mannschaft und den dort agierenden Personen helfen.

Herr Dincer, ist der Präsident von Rot-Weiss Frankfurt im Juni und nach dem Pokalsieg in Gedanken noch ein bisschen bei der zurückliegenden oder schon zu 100 Prozent bei der kommenden Saison?

Ersan Dincer: Aus der Vergangenheit kann man nur lernen! Wir sind mit 200 Prozent schon in der neuen Saison! Wir haben aktuell eine schlagkräftige Mannschaft von 19 Spielern , insgesamt sollen es 22 Spieler werden, also 3 Spieler die uns definitiv noch verstärken werden! Dann haben wir ganz andere Voraussetzungen als in der letzten Saison.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Jugendmannschaften?

Ersan Dincer: Wir haben und sind dabei die Jugendmannschaften neu zu strukturieren. Das heißt, dass der Leistungsbereich U15-U19 mehr an die Senioren Mannschaft angekoppelt werden, mit identischen Ausrichtung!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Verein in Hessen auf unserem Niveau, es geschafft hat, in den letzten 2 Jahren 10 Jugendspieler an die 1.Mannschaft heranzuführen. Somit kann man hier auch behaupten, dass nicht alles Falsch gemacht wurde.
Des Weiteren, ist hierzu zu beachten, dass in unserem Jugendbereich Spieler aus mehr als 30 Nationen mit unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur zu integrieren sind! Dies ist eine große Herausforderung, die wir, finde ich, nahezu perfekt meistern. Diesbezüglich sind wir auch stolz darauf, das wir jungen Menschen ein Zuhause bieten und die Chance haben für unseren gemeinsamen Erfolg.

Wird es viele personelle Veränderungen geben und was wünschen Sie sich für die neue Saison?

Ersan Dincer: Fußball bewegt sich schnell, es haben uns 5 Spieler verlassen, das ist normal, Co-Trainer wird Elvir Smajlovic ansonsten, bleibt es beim Alten! Mein persönliches Saison Ziel ist für die kommende Saison Platz 3-5,dieses Potential hat die Mannschaft. Das Team genießt diesbezüglich auch unser Vertrauen.
Persönlich wünsche ich mir , dass die Rot-Weiß Familie noch besser zusammen wächst! Wir benötigen in unserem tollen Verein noch einige ehrenamtliche Unterstützer, so ein großer Verein mit Tradition benötigt einfach mehr „Ruderer“!

Herr Dincer vielen Dank für das sehr offene Gespräch.

Ersan Dincer: Ich habe mich zu bedanken, auch im Namen meiner Vorstandskollegen bei den ehrenamtlichen HelferInnen sowie bei unseren Sponsoren und Spendern.

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